Europameisterschaft 2013 Bericht

Starke Teamleistung an der EM in Belgien – Ziel knapp verpasst


Nach der knapp verpassten Olympiaquali an der Heim-EM in Nottwil 2011, wo man im entscheidenden Spiel extrem knapp an Frankreich scheiterte und das Turnier auf dem unzufrieden 10ten Schlussrang beendete, nahm sich das Schweizer Rollstuhlrugby Nationalteam für die nächste Europameisterschaft 2013 in Belgien viel vor. Das ganze Team war sehr motiviert und war bereit hart dafür zu arbeiten, damit die Schweiz an der nächsten EM wieder unter den Top 8 von Europa ist und sich für die WM 2014 in Dänemark zu qualifizieren.

 

 

Um dieses Ziel zu erreichen war ein 7ter Schlussrang Voraussetzung. Mit diesem Ziel vor Augen und einem gemeinsamen „Teamcommittment“ wurde einenhalb Jahre intensiv und seriös mit allen zu Verfügung stehendem Mitteln und grosser Unterstützung auf die EM 2013 hingearbeitet. Der Teamspirit während der ganzen Vorbereitung war grossartig und je näher die EM kam wuchs die Vorfreude, dass es nun endlich losging und das Team zeigen konnte, für was es so lange hingearbeitet hatte! Alle waren bereit.

Am 9. August 2013 war es dann endlich soweit. Die lange Anreise nach Antwerpen mit den PWs verlief ohne Probleme und das ganze Schweizer Team kam gut im Hotel an. Nach 3 Tagen Anklimatisation, diversen Teammeetings, Trainings, zwei guten Trainingsspielen gegen Gastgeber Belgien, wo das Team knapp mit 44:43 gewann, und dann die Österreicher am darauffolgenden Tag wieder knapp mit 48:47 bezwingen konnte – war es dann am Dienstag 13. August 2013 endlich soweit. Das Team war motiviert und bereit mit einem Erfolg im Startspiel gegen Polen ins Turnier zu starten. Mit Polen, Schweden, Dänemark, Frankreich und Italien hatten die Schweizer schwierige aber schlagbare Gegner in den Gruppenspielen. Mit einer sensationellen Teamleistung und guter Taktik, konnten die Polen wie gewünscht knapp in der Overtime bezwungen werden. Die Freude über den Sieg war gross aber das Team war bereits wieder fokussiert auf die zwei Spiele gegen Dänemark und Italien am nächsten Tag. Die Dänen, die im Vorfeld als geheimer Titelfavorit gehandelt wurden, wurden von den Schweizern in der Vorbereitung gut analisiert und die Taktik des Schweizer Coachs Benoit Labrecque war allen klar. Die Dänen stellten sich dann aber doch mit ihren schnellen Spielern als zu stark heraus und die Schweizer verloren dann das Spiel schlussendlich klar. Im Abendspiel wartete dann Turnierneuling Italien. Gegen Italien konnte in der Vorbereitung noch nie gespielt werden aber das Team mit meist international unerfahrenen Spielern war nicht unbekannt. Dank einer starken Teamleistung konnten die Italiener dann klar bezwungen werden und Coach Labrecque konnte auch alle seine Spieler zum Einsatz bringen.

Am nächsten Tag warteten mit Schweden, dem späteren Europameister, und Frankreich zwei grosse Brocken auf die Eidgenossen. Trotz guter Vorbereitung auf beide Gegner verlor man leider beide Spiele. Die Gruppenphase beendete das Schweizer Team auf dem 4. Rang und traf am folgenden Tag im Kreuzspiel auf den Dritten der anderen Gruppe, auf das Heimteam aus Belgien. Die Schweizer wussten, dass sie nun zwei Chancen hatten, ihr Ziel den 7. Schlussrang und somit die WM-Quali zu erreichen. Um dies zu erreichen mussten eins der beiden verbleibenden Spiele gewonnen werden. Gastgeber Belgien, vor heimischem frenetischem Publikum in der Halle war dann leider zu stark für die Schweizer und das Spiel wurde verloren. Nun kam es am nächsten Tag zum alles entscheidenden Spiel, wieder gegen Frankreich, um Schlussrang 7 und 8. Man versuchte mit allen Mitteln die schnellen französischen Spieler mit solider Teamleistung und Taktik zu stoppen. Das Spiel war lange ausgeglichen aber zum Schluss schlichen sich dann doch zu viele Fehler im Schweizer Spiel ein und das Spiel wurde wieder knapp mit 3 Toren Differenz verloren.
Die Enttäuschung im ganzen Team über das nicht Erreichen des angestrebten Ziels war dann verständlicherweise gross. Das Schweizer Team mit einem grossartigen Spirit konnte dann aber, auch wenn die WM 2014 ohne die Schweizer stattfinden wird, doch sehr stolz auf ihre Leistung sein. Es wurde ein starkes Turnier gespielt, das Team war jederzeit eine Einheit und man konnte sich wieder in den Top 8 Europas platzieren. Einen grossen Dank gilt dem ganzen Team, dem Staff, Coach, allen Sponsoren und alle die das Schweizer Team unterstützen.
Nun gilt es in die Zukunft zu planen und das nächste Projekt, die EM 2015, vor Augen zu halten. Diesem Team gehört die Zukunft und es wird mit starkem Teamspirit viel erreichen!
Hopp Schwiz!!!

Der nächste grosse Rugbytermin in der Schweiz steht bald an. Vom 25./27. Oktober 2013 findet im SPZ Nottwil bereits zum 7ten Mal das internationale Lowpointrugby-Turnier statt. Teilnehmen werden neben dem Gasteberteam, den Silentlambs, Spitzenteams aus ganz Europa und sogar ein Kanadisches Team wird für actiongeladenes Rollstuhlrugby sorgen. Die Silentlambs freuen sich auf ein grossartiges Turnier und viele Zuschauer in der Halle. Alle Infos auf www.silentlambs.ch



on 27 August 2013